Der Zander, der auch Sander, Schill, Hechtbarsch oder Fogosch (in Österreich) genannt wird, gehört zur Ordnung der Barsche. Sein wissenschaftlicher Name ist "Sander lucioperca": Er zählt zu den echten Knochenfischen, der Überordnung Stachelflosser, der Unterordnung und Familie der echten Barsche.
Seit dem 16. Jahrhundert sind im deutschen Sprachraum die Bezeichnungen Sander und Zander geläufig. Die lexikalischen Einträge sind bis ins 20. Jahrhundert hinein "Sander". Ende der 1930er Jahre wurde die auch heute übliche Schreibweise mit "Z" einheitlich festgelegt. Der Name stammt vom mittelniederdeutschen "sandat" ab, was möglicherweise aus dem Slawischen abstammt.
Der Zander hat einen gestreckten Körperbau mit zwei getrennten Rückenflossen und einem gesenktem vorderen Kiemendeckel. Die beiden Rückenflossen sind ungefähr gleich lang, wobei die erste über 13 bis 15 Stachelstrahlen verfügt und die zweite 1 bis 2 Stachel- und 19 bis 23 Gliederstrahlen hat. Die Afterflosse hat wiederum 2 Stachel- und 11 bis 13 Gliederstrahlen. Er hat lange, spitze Fangzähne und Bürstenzähne. Das Maul und der Magen des Zanders ist trotz seines räuberischen Verhaltens sehr klein, daher ist seine bevorzugte Speise kleine Fische. Zudem verfügt er über kleine Kammschuppen, wobei 80 bis 97 Schuppen entlang der Seitenlinie liegen. Die Wangen sind entweder nackt oder nur teilweise mit Schuppen versehen. Ein Zander kann bis zu 125cm lang werden, in seltenen Fällen wurden auch Zander mit einer Körperlänge von 150cm gesichtet. In der Regel ist ein Zander 12 bis 19kg schwer und wird zwischen 10 und 20 Jahren alt.
Sein Rücken ist grüngräulich und wird in Richtung Bauch hin silberweiß. Oben auf ist er streifig und braun gewölkt, kann aber auch dunkel gebändert sein. Die Kopfseiten sind braun marmoriert. Auf den Rückenflossen tragen sie dunkle Punktreihen und die Schwanzflosse ist schwarz gefleckt. Jungfische tragen 8 bis 10 dunkle Querbalken, die sich mit der Zeit verwaschen.
Da der Zander sehr fressgierig ist, wächst er auch relativ schnell. Ein einjähriger Zander ist bereits 10 bis 15cm lang, zweijährige erreichen eine Länge von 17 bis 20cm. Mit etwa drei Jahren werden Zander geschlechtsreif und sind dann ca. 25cm groß.
Unter den Barschartigen ist der Zander in Europa der größte seiner Art, der im Süßwasser lebt. Ursprünglich stammt er aus Osteuropa und hat sich durch Besatzmaßnahmen in west- und mitteleuropäischen Gewässern verbreitet. Für die Fischversorgung war der Zander besonders in Russland sehr von Bedeutung. Er lebt als Raubfisch in langsam fließenden Flüssen und Seen. So ist der Zander vom Aralsee über das Schwarze Meer bis in die oberen Teile der Donau und im ungarischen Balatonsee zu finden. In einigen Regionen Finnlands und Schwedens ist er ebenso heimisch. In Deutschland ist er im Elbe-, Oder- und Donaugebiet zuhause und durch Besatz auch im Rhein-, Mosel- und Wesergebiet. Bevorzugt lebt er in tieferen Wassern und ist sehr raubgierig. Der Untergrund seines Lebensraumes sollte hart sein und darf in den Sommermonaten auch ruhig etwas wärmer sein. Außerdem wächst der Zander schnell, stirbt jedoch in Gefangenschaft leicht ab.
Der Zander ist ein Raubfisch, der sich überwiegend von Ukelei, kleinen Rotaugen und Barschen ernährt. Bevorzugt werden vom Zander Stinte, aber auch Krebse und Kleinlebewesen stehen auf seinem Speiseplan.
In der Zeit von April bis Juni ist die Laichzeit. Dies findet an seichten, mit Wasserpflanzen bewachsenen Uferstellen bei einer Wassertemperatur von 12 bis 15 Grad statt. Hierbei lagen die Zander Klumpen blassgelben Laichs auf Kiesbänke oder Wasserpflanzen ab. Ein Weibchen hinterlässt ca. 40.000 Eier, die ca. 1,5mm groß sind, daher wird die Vermehrung als eher spärlich angesehen. Die Eier werden bis zum Schlupf vom Männchen bewacht.
Der Zander ist ein scheuer und vorsichtiger Fisch und daher nicht leicht zu fangen. Exemplare von über 90cm Länge und einem Gewicht von 7kg werden sehr selten gefangen. Geeignete Köder sind vor allem kleine Rotaugen, Rotfedern und Barsche. Gute Köderfische sind zudem Ukelei, Grundling und Kaulbarsch. Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Köderfische sehr schmal sind. Alternativ dazu können auch Fischfetzen oder Fischhälften verwendet werden. Im Bereich der Kunstköder eignen sich Gummifische, Blinker, Wobbler und Twister. Die Köder sollten hierbei nicht größer als 20cm sein. Zander können auch mit Maden und Würmern gefangen werden.
Besonders gute Fangchancen ergeben sich an Stellen, an denen sich viele kleine Fische aufhalten. In einem See sind dies die Scharkante und Unterwasserberge. In Kanälen und flachen Teichen sind die Möglichkeiten am Ufer vor Schilf und Seerosenfeldern am Besten.
In der frostigen Jahreszeit lässt sich der Zander vor allem in den Abend- und Nachtstunden einfangen. Die besten Monate sind jedoch der Mai und Juni und nach der Laichzeit im September.
Wichtig beim Fischen des Zanders ist jedoch zu wissen, das Zander-Jungfische bis zu einer Länge von 50cm in den meisten europäischen Ländern geschützt sind und somit von der Fischerei oder Anglern nicht genutzt werden dürfen. Sie müssen ins Wasser zurück gegeben werden.
Als Speisefisch ist er sehr beliebt, da er ein besonders festes, fettfreies, weißes und zudem grätenfreies Fleisch hat. Das Angebot aus heimischen Gewässern und Zuchtanlagen reicht nicht aus, daher spielen für die Gastronomie Importe von gefrostetem Zanderfleisch und Zander-Konserven eine große Rolle.
Inzwischen gilt der Zander als wichtigster Raubfisch, da er auch in von Menschenhand gestalteten mitteleuropäischen Flusssystemen ablaichen kann. Der Hecht zum Vergleich findet meist keine geeigneten Ablaichplätze. Aufgrund der stark ausgeprägten Fähigkeit, in trüben Gewässern sehen zu können, hat der Zander hier ebenfalls einen leichten Vorteil gegenüber dem Hecht.
Der Zander gilt als ungefährdet, wobei eine Artenschonzeit vom 1. April bis einschließlich 31. Mai eines jeden Jahres gilt.

